Partizipation im Kindergarten: Von Anfang an Demokratie leben

Autorin: Natascha Faulhaber
Artikel veröffentlicht am: 16.01.2026
Als Erzieherin oder Erzieher stehst Du täglich vor der Aufgabe, Kindern Geborgenheit und Struktur zu geben. Gleichzeitig begleitest Du sie dabei, wichtige soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Dazu gehört auch, sie auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Genau hier setzt die Idee der Partizipation im Kindergarten an. Sie bedeutet, dass Kinder ihren Alltag aktiv mitgestalten und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Partizipation im Kindergarten ist dabei kein „Extra“, sondern ein fest verankertes Kinderrecht in Deutschland. Dieser Artikel zeigt Dir praxisnah, wie Mitbestimmung im Kita-Alltag funktioniert, welche Chancen sich daraus für die Entwicklung der Kinder ergeben – und wie Du mit klaren Methoden und Konzepten demokratische Bildung von Anfang an lebendig umsetzen kannst.
Was bedeutet Partizipation im Kindergarten?
- Transparenz – Erkläre den Kindern altersgerecht, worum es geht. Mach Entscheidungen für sie nachvollziehbar. Ziel: Die Kinder verstehen Zusammenhänge und entwickeln Vertrauen in Prozesse.
- Freiwilligkeit – Biete Beteiligung als Möglichkeit an, ohne Druck. Ziel: Die Kinder erleben Selbstbestimmung und lernen, ihre Stimme dann einzubringen, wenn sie es möchten.
- Ernstnehmen – Höre den Kindern aktiv zu und beziehe ihre Ideen in Entscheidungen ein. Ziel: Die Kinder erfahren Wertschätzung und entwickeln Selbstwirksamkeit.
- Verlässlichkeit – Halte gemeinsam getroffene Vereinbarungen konsequent ein. Ziel: Die Kinder merken, dass ihre Mitbestimmung Wirkung hat und Verbindlichkeit Vertrauen schafft.
- Gemeinsame Verantwortung – Mache deutlich, dass Entscheidungen auch Folgen haben (z. B. wenn Spielregeln vereinbart werden). Ziel: Die Kinder übernehmen Verantwortung und üben demokratisches Handeln im Alltag.
Methoden & Formen der Partizipation im Kita-Alltag
- Begrüßung und Benennung des Themas
- Sammlung von Vorschlägen
- Diskussion über Vor- und Nachteile
- Abstimmung mit einfachen Symbolen oder Handzeichen
- Gemeinsame Vereinbarung
- Abstimmungen mit Steinen, Kärtchen oder Symbolen
- Ideensammlungen auf Plakaten oder Pinnwänden
- Gesprächsrunden, bei denen ein Gegenstand anzeigt, wer gerade sprechen darf
- Umfragen mit lachenden oder traurigen Gesichtern zur Bewertung

Wirkung, Chancen & Umsetzung im Team: Von der Idee zum Kita-Konzept
- Weiterbildung ist entscheidend, damit alle im Team dieselbe Sprache sprechen. Eine Fortbildung für die Partizipation in der Kita ermöglicht Dir und Deinen Kollegen, neue Methoden kennenzulernen, die eigene Haltung zu reflektieren und konkrete Umsetzungsschritte zu entwickeln. So wird Partizipation gelebter Alltag.
- Auch Eltern sollten Teil dieses Prozesses sein. Mitsprache der Eltern in der Kita bedeutet, dass Eltern erfahren, wie Mitbestimmung in der Einrichtung gelebt wird und wie sie selbst eine unterstützende Rolle einnehmen können. Das schafft Vertrauen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kita.
- Damit Du und Dein Team sicherstellen könnt, dass Partizipation nicht auf der Strecke bleibt, helfen Euch Selbstevaluation und Checklisten. Sie ermöglichen Euch, den eigenen Alltag kritisch zu hinterfragen: Bekommen Kinder wirklich Gehör? Werden ihre Vorschläge ernst genommen? Gibt es feste Strukturen, die Beteiligung absichern? So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
Fazit: Mehr als Mitbestimmung – ein Fundament fürs Leben
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